Amazonasbecken: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Becken bezeichnet eine Landschaft, die durch das große Flusssystem des [[Amazonas]] geprägt ist und umfasst damit auch seine über 1.000 größeren Nebenflüsse. Rund 2/3 des Amazonasbeckens gehören zu [[Brasilien]]. Nicht nur der Amazonas ist ein mächtiger Strom, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. 10 von ihnen gehören zu den 25 wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, der [[Rio Branco]]. Große Teile des Beckens sind während der [[Regenzeit]] überflutet. An der Mündung hängen die in den [[Ästuar]] [[Rio Pará]] mündenden Flüsse [[Rio Anapu]] und [[Rio Tocantins]] über Gezeitenkanäle mit dem Amazonas-Flusssystem zusammen. Im Becken sind zahlreiche Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter der größte [[Peru|Perus]], es ist zugleich das zweitgrößte des Amazonasbeckens, [[Pacaya-Samiria]].  
Das Becken bezeichnet eine Landschaft, die durch das große Flusssystem des [[Amazonas]] geprägt ist und umfasst damit auch seine über 1.000 größeren Nebenflüsse. Rund 2/3 des Amazonasbeckens gehören zu [[Brasilien]]. Nicht nur der Amazonas ist ein mächtiger Strom, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. 10 von ihnen gehören zu den 25 wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, der [[Rio Branco]]. Große Teile des Beckens sind während der [[Regenzeit]] überflutet. An der Mündung hängen die in den [[Ästuar]] [[Rio Pará]] mündenden Flüsse [[Rio Anapu]] und [[Rio Tocantins]] über Gezeitenkanäle mit dem Amazonas-Flusssystem zusammen. Im Becken sind zahlreiche Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter der größte [[Peru|Perus]], es ist zugleich das zweitgrößte des Amazonasbeckens, [[Pacaya-Samiria]].  
===Flusssystem===
Man schätzt, dass im Amazonasbecken rund 1/5 allen Süßwassers der Erde fließt. Das Becken hat ein derart geringes Gefälle, dass die Flüsse meist nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit aufweisen. Für den Amazonas gilt, dass das Gefälle rund 5 cm pro Kilometer beträgt. Je nach Jahreszeit werden weniger als 100.000 oder über 200.000 m³ Wasser pro Sekunde dem [[Atlantischer Ozean|Atlantischen Ozean]] zugeführt. Man kann die großen Nebenflüsse des Amazonas an ihren Farben unterscheiden. Der [[Rio Negro]] gibt seine schwarze Farbe bereits im Namen an. Der [[Rio Madeira]] ist ein gelb-roter Fluss, der [[Rio Tapajós]] und der [[Rio Xingu]] haben klares Wasser, das allerdings aus der Entfernung und aus dem Flugzeug blaugrün erscheint. Allgemein gilt, dass die dunklen Flüsse aus dem Norden, die hellen aus dem Süden zufließen. Grund dafür ist die Bodenbeschaffenheit und damit die Erosion der durchflossenen Regionen bzw. der Quellengebiete.
===Klima===
Im Amazonasbecken herrscht ausschließlich feucht-tropisches Tageszeitenklima, d.h. es ist ganzjährig mäßig heiß mit einer [[Luftfeuchtigkeit]] von oft über 90%. Der tropische Urwald wirkt sich insgesamt mäßigend auf das Klima aus, durch die sehr hohe Feuchtigkeit ist das Klima tagsüber jedoch schwül und drückend.
Fast täglich, typischerweise nachmittags, kommt es zu reichlichen Niederschlägen. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt an vielen Orten über 2.000 mm, was dem 2 bis 3fachen des in Deutschland erreichten Wertes entspricht. Die oft heftigen Regenfälle bringen auch zusätzlich Nährstoffe mit sich. Diese sind im Staub enthalten, der oft in tausenden Kilometer Entfernung aufgewirbelt und dann mit dm Wind nach Amazonien getragen wurde. Er wird dort von den riesigen tropischen Gewittern angesaugt und gelant mit dem Regen wieder zur Erde. Die enthaltenen Nährstoffe werden dann in den Nährstoffkreislauf des Regenwaldes eingebunden.
In den Tieflagen variieren die Durchschnittstemperaturen der einzelnen Monate eines Jahres nur leicht zwischen 25 °C und 28 °C., in höher gelegenen Gebieten sind die Temperaturen entsprechend niedriger. Tageshöchsttemperatur im Urwald in Tieflagen liegen meist zwischen 30 °C und 34 °C, während Nachts häufig Temperaturen zwischen 20 °C und 24 °C erreicht werden.


[[Kategorie:Geographie]]
[[Kategorie:Geographie]]

Version vom 5. Mai 2023, 06:25 Uhr

Als Amazonasbecken, Amazonastiefland oder Amazonien wird das Einzugsgebiet des Amazonas bezeichnet. Das Becken bedeckt einen Großteil der nördlichen Hälfte des Kontinents Südamerika. Der Amazonas hat mit Abstand die weltweit größte Wasserschüttung der Erde.

Diese größte Stromebene Südamerikas, eine äquatoriale Regenwald-Tiefebene, erhält die sie formenden Wasser zuvorderst aus den Anden. Die Hauptflussrichtung geht dort zunächst nach Norden und wechselt dann quer über den gesamten Kontinent nach Osten. Die Orinoco-Ebene liegt durch die Bergländer Guayanas getrennt, nördlich, es besteht jedoch über den Casiquiare eine Verbindung zwischen den Flusssystemen des Amazonas und des Orinoco. Südlich liegt die Ebene des Río Paraguay und Paraná.

Geographie

Das Amazonasbecken liegt in einem etwa von den Städten La Paz, Quito, Belém (Süd, Nord, Ost) umschriebenen Dreieck. Das Dreieck umfasst Gebiete in den Staaten Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Eucador, Peru und Bolivien. Mit ca. 7 Mio. km², was ca. 5% der gesamten Landfläche der Erde entspricht, ist es das größte zusammenhängende Landschaftsgebiet und damit auch der zweitgrößte zusammenhängende Wald der Erde nach dem borealen Nadelwald.

Das Becken bezeichnet eine Landschaft, die durch das große Flusssystem des Amazonas geprägt ist und umfasst damit auch seine über 1.000 größeren Nebenflüsse. Rund 2/3 des Amazonasbeckens gehören zu Brasilien. Nicht nur der Amazonas ist ein mächtiger Strom, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. 10 von ihnen gehören zu den 25 wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, der Rio Branco. Große Teile des Beckens sind während der Regenzeit überflutet. An der Mündung hängen die in den Ästuar Rio Pará mündenden Flüsse Rio Anapu und Rio Tocantins über Gezeitenkanäle mit dem Amazonas-Flusssystem zusammen. Im Becken sind zahlreiche Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter der größte Perus, es ist zugleich das zweitgrößte des Amazonasbeckens, Pacaya-Samiria.

Flusssystem

Man schätzt, dass im Amazonasbecken rund 1/5 allen Süßwassers der Erde fließt. Das Becken hat ein derart geringes Gefälle, dass die Flüsse meist nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit aufweisen. Für den Amazonas gilt, dass das Gefälle rund 5 cm pro Kilometer beträgt. Je nach Jahreszeit werden weniger als 100.000 oder über 200.000 m³ Wasser pro Sekunde dem Atlantischen Ozean zugeführt. Man kann die großen Nebenflüsse des Amazonas an ihren Farben unterscheiden. Der Rio Negro gibt seine schwarze Farbe bereits im Namen an. Der Rio Madeira ist ein gelb-roter Fluss, der Rio Tapajós und der Rio Xingu haben klares Wasser, das allerdings aus der Entfernung und aus dem Flugzeug blaugrün erscheint. Allgemein gilt, dass die dunklen Flüsse aus dem Norden, die hellen aus dem Süden zufließen. Grund dafür ist die Bodenbeschaffenheit und damit die Erosion der durchflossenen Regionen bzw. der Quellengebiete.

Klima

Im Amazonasbecken herrscht ausschließlich feucht-tropisches Tageszeitenklima, d.h. es ist ganzjährig mäßig heiß mit einer Luftfeuchtigkeit von oft über 90%. Der tropische Urwald wirkt sich insgesamt mäßigend auf das Klima aus, durch die sehr hohe Feuchtigkeit ist das Klima tagsüber jedoch schwül und drückend.

Fast täglich, typischerweise nachmittags, kommt es zu reichlichen Niederschlägen. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt an vielen Orten über 2.000 mm, was dem 2 bis 3fachen des in Deutschland erreichten Wertes entspricht. Die oft heftigen Regenfälle bringen auch zusätzlich Nährstoffe mit sich. Diese sind im Staub enthalten, der oft in tausenden Kilometer Entfernung aufgewirbelt und dann mit dm Wind nach Amazonien getragen wurde. Er wird dort von den riesigen tropischen Gewittern angesaugt und gelant mit dem Regen wieder zur Erde. Die enthaltenen Nährstoffe werden dann in den Nährstoffkreislauf des Regenwaldes eingebunden.

In den Tieflagen variieren die Durchschnittstemperaturen der einzelnen Monate eines Jahres nur leicht zwischen 25 °C und 28 °C., in höher gelegenen Gebieten sind die Temperaturen entsprechend niedriger. Tageshöchsttemperatur im Urwald in Tieflagen liegen meist zwischen 30 °C und 34 °C, während Nachts häufig Temperaturen zwischen 20 °C und 24 °C erreicht werden.